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Josephine

Josephine Isolde von Thraun ist die ältere Tochter von Emmet von Thraun und Isolde von Thraun. Ihre Familie hat ihren Sitz im verriegelten Gilneas. Josephine ist die einzige der Adelsfamilie, die jene Stadt vor der Abriegelung verlassen konnte. Zurück blieben ihre Mutter, ihr Vater und ihre jüngere Schwester Isolde Josephine von Thraun.

EckdatenBearbeiten

Geburtsort: Gilneas

Alter: 30 Jahre

Familienstand: Ledig

Familienangehörige: Emmet von Thraun (56), Isolde von Thraun (47), Isolde Josephine von Thraun (29)

Kurze BeschreibungBearbeiten

Wenn man im Adel von Ehre und Schönheit spricht, fällt meist auch der Name Josephine von Thraun. Zwar sticht sie durch ihre zierliche Gestalt in der Masse nicht hervor, aber entdeckt man ihr schneeweißes Gesicht unter 1000 so wird man es sich gerne zwei mal ansehen. Ihre reine Haut, ihr schwarzes, langes Haar und ihre Art sich zu kleiden sind ein Beweis für die Ordnung die im Leben der Frau herrscht.

"Das Gebet reinigt den Geist, der Schmerz den Körper. Nur im Gehorsam finden wir zu vollkommenem Vertrauen. Befreie dich von den Makeln der Sterblichen, opfere jedes persönliche Ziel dem größeren Geist. ER ist der freie Gedanke, die einzige Wahrheit."

Welchen Eindruck man von der Adligen gewinnt, hängt stets von der Situation und den Umständen ab. Oberflächlich fällt jedoch ihre Hautfarbe ins Auge, deren Farbton schon fast in ein weiß gleitet. Unter dieser Haut, noch weich und zumindest an sichtbaren Körperteilen von Narben verschont, arbeiten geschmeidige Muskelstränge. Einem aufmerksamen Beobachter wird die Beweglichkeit, die Biegsamkeit der Bewegungen nicht verborgen bleiben – so sie diese nicht bewusst versteckt oder sich unbeobachtet wähnt. Ihre eisblauen, leicht schräg gestellten Augen sind meist in der Lage ihre Emotionen zu verbergen. Die tiefschwarzen Augenbrauen sind in einem weiten Bogen geschwungen, und so wirkt die Freiin beinahe kindlich erstaunt wenn kein sorgsam berechneter Ausdruck ihre Züge verändert. Onyxfarben ist auch ihr Haar, meist zu einer pragmatisch schlichten Frisur gekämmt. Einige, mit Lederbändern verflochtene Strähnen halten die Haare aus der Stirn fern und ermöglichen ihr so eine ungehinderte Sicht.

HintergrundBearbeiten

Ein Flüstern ließ sie hochschrecken. Vibrierte in ihrem Geist in tausendfachem Echo, dissonant und eindringlich. Instinktiv spannte sich ihr Körper, nicht
Jose
mehr als ein Gebrauchswerkzeug, einzig den ästhetischen Normen des Pragmatismus unterworfen.
Nichts. Die Höhle war leer, ein muffiger Raum vollgeräumt mit Stapeln aus alten Pergamenten, Truhen voll Kriegswerkzeug. Eine Zelle, an deren Gitter sie lehnte. Zertrümmerte Steinbänke. Kein Lebewesen außer ihr. Ein keuchender Atemzug trieb Luft in ihren Lungen, und verspätet forderte die hastige Bewegung ihren Tribut. Feuer kroch durch ihre Nervenbahnen, ließ sie die Kiefer knirschend aufeinander pressen. Die beiden Wunden an ihren Schultern brannten, unversorgt und gegen die unbequeme Haltung protestierend. Der Schmerz brachte Normalität mit sich, sorgte paradoxerweise für Ruhe. Er war vertraut und willkommen, selbst in dieser Intensität. Lange Momente lehnte sie kurzatmig, mit hängendem Kopf an jenem Gitter, ließ den Schmerz anbranden, wandelte ihn in Kraft. Das Flüstern, sie hatte es schon einmal gehört.
- - -

Das Bild des Mannes, dessen mandelförmige Augen zusehends schmäler wurden, überlagerte sich mit einem zweiten. Derselbe Mann, doch nun von einem Gesteinsbrocken zermalmt, selbst das ekelerregende Geräusch des Aufpralls hallte in ihrem Geist wider, vermischte sich mit jenem eindringlichen Flüstern das nie fassbar wurde, immer am Rande des Bewusstseins blieb. Die Reaktion war instinktiv, ein Befehl.

„Fort!“

Der Mann starrte sie an, regte sich nicht. Zorn kroch in seine Augen, die sie mit Abscheu fixierten. Ihre kleinen Anmaßungen, ihre Spiele, mit denen sie sich ihren winzigen Freiraum in einer starren Gesellschaft bewahrte, hatten ihn aufgebracht und bereits an den Rand der knapp bemessenen Geduld getrieben. Doch dies hier war kein Spiel.

„Fort!“

Sie fauchte ihn an, drückte sich hoch, plötzlich aus der Starre dieses eigenartig vertrauten Flüsterns gelöst. Und nun endlich erhob er sich, kam wie eine zornige Lawine auf sie zu, während hinter ihm ein Gesteinsbrocken die Bank zertrümmerte. Stille folgte. - - -
Er hatte ihr unterstellt, ihn beseitigen zu wollen. Ein Narr, der sie nicht kannte, ihre Macht nie erlebt hatte. Hätte sie seinen Tod gewollt, hätte er ihn nicht nahen sehen. Effizient, schnell und ohne Bedauern. So war sie, nicht mehr sollte sie sein, nicht mehr als ein Werkzeug in den Händen derer, die den Willen, ihren Willen, formulierten. Und doch.. jenes Flüstern, war es eine Warnung oder Aufforderung gewesen?
- - - „Sie droht nur noch Fleisch zu sein. Langweilig, tot.“

Sie sah in dieses Gesicht, das kaum noch mehr als eine Trümmerlandschaft aus Narben war. Etwas in ihr brach, öffnete eine Tür die sie verzweifelt geschlossen halten musste. Niemanden hatte sie je hindurch gelassen, gleichgültig, was man von ihr verlangte. Es war einfach, sicherer nur ein Werkzeug zu sein. Eines das Loyalität gab, effizenten Dienst. Das seinen Meister hasste , und doch einen Platz hatte. Aber niemals seinen letzten Schutz opferte.

Die Axt schlug hinter ihr in den Boden, als sie auswich. Trieb sie vorwärts, weiter und weiter. Und traf. Ihre Welt explodierte in Schwärze, als die stumpfe Seite der Waffe ihre Schulter mit voller Wucht erreichte. Für lange Momente war nichts als Dunkelheit. Keine Erde unter ihr, keine Gefahr hinter ihr. Dann keuchte sie, sog unter qualvollem Brennen Luft in ihre Lungen. Sie musste fort von hier. Er würde sie töten, hier und jetzt. Vor Menschen..vor Würmern.

Sie kam nicht weit, ehe ein weiterer Schlag sie an der Schulter traf, zu Boden warf. Ein gepanzerter Arm unter ihrem Kinn, ein Knie das sie fixierte. Und Zorn, die eigene, drohende Vernichtung die ihr aus diesen schmalen Augen entgegen sah, in denen der Wahnsinn flackerte.

Etwas brach, geborsten unter dem Druck aus Schmerz, Hass und Verzweiflung. Flucht war eine Illusion, er würde sie nicht gehen lassen. Nicht hier, nicht jetzt. Hier waren Tod und Leben einander auf absurde Weise nahe, vermischten sich und brannten letzte Schutzbastionen nieder. Hinterließen verbrannte Erde, stießen vertraute Tatsachen beiseite. Wo war ihr Platz? Sie wusste es nicht mehr.